
pop.ac / Pressetexte
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Der deutsche Künstler pop.ac erfand 1987 (!) die Kunst mit Aufklebern.
( vorher: ART COLLART (1989-1999), geborener: Markus Diehl (*19xx-20xx) )
Recycling : Die von ihm geklebten Aufklebern stammen aus dem Müll.
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INTERNATIONAL HAPPENING
Paris
1989
Wir haben 1989 in Paris die Künstlergruppe "International Happening" gegründet.
Das Foto zeigt uns in Paris auf dem Dach in der 26, Rue des Petits Champs. Wir
malen zusammen auf einem Untergrund; aus dem Kampf der Strukturen entsteht ein
Produkt von zwei Gehirnen. Die Bilder werden doppelt signiert, entweder mit Paris
oder mit Hamburg, je nach Herstellungsort. Die Pariser gehen nach Hamburg, die
Hamburger nach Paris. Die Atelierschlüssel haben wir ausgetauscht. Aus jedem Land
kann ein Künstler stellvertretend mitarbeiten. Drei weitere Länder interessieren mich
in diesem Zusammenhang: Spanien, U.S.A. und Indien. François möchte als nächstes
den holländischen Künstler finden.
Markus Diehl & François Armand - (Paris, 26, Rue des Petits Champs)
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2000, DAS ZWEITBESTE AN HAMBURG IST DIE POSTLEITZAHL.
81 x 115.5 cm
AUFKLEBER
HEINRICH-HERTZ-TURM HAMBURG
1989
Konzept:
Die Idee, ganz oben im Fernsehturm, im höchstgelegenen Raum der Stadt,
das vorliegende Bild aufzuhängen, fasziniert mich! Das Bild zeigt "Hamburger",
eßbare, die weltweit wohl bekannter sind als die Stadt selbst. Ich habe Fehldrucke
verwendet, wie sie bei der Produktion von Aufklebern entstehen. Es handelt
sich um ein in diesen Farben nicht reproduzierbares Material. Es hat durch ihre
Verwendung eine Sondermüll-Wiederverwertung stattgefunden. Ein Hinweis auf
die Umweltprobleme der Stadt. Der Titel soll zum Schmunzeln bringen und gleichzeitig
die Frage aufwerfen: "Und was ist das Beste an Hamburg?" Die Betonung auf 2000 soll
auf den bevorstehenden Jahrtausendwechsel aufmerksam machen. Die Zahl 2000 und
Hamburg stehen in enger Beziehung. Mir ist bewußt, daß das Bild aufgrund der
besonderen Lage von niemanden besichtigt werden kann, außer von den dort Arbeitenden.
Diese Tatsache fällt nicht so sehr ins Gewicht; zu wissen, daß es dort hängt, genügt
vollkommen. Geplant ist die Herstellung einer Postkarte. An dieser Stelle möchte ich
mich bei allen bedanken, die das Projekt ermöglicht haben.
Markus Diehl - (Hamburger Betriebsbüro)
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ART COLLART - ART COLLE
Hamburg
1989
"Nenn Dich ART COLLART
und das was Du machst ART COLLE, geklebte Kunst.
Durch die Ähnlichkeit der Bezeichnungen schaffst Du
Authentizität und erreichst einen indirekten Produktschutz."
Werner Eisermann - (Freund und Namensgeber)
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Integrativer Strukturismus - Metastruktur
1989
Integration : Eingliederung in ein größeres Ganzes.
Struktur : Anordnung der Teile eines Ganzen zueinander.
Integrativer Strukturismus :
Strukturen, die in Orte eingegliedert sind und diese miteinander verbinden.
Metastruktur : Die verbundenen Orte
ART COLLART - (Hamburger Betriebsbüro)
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FREIE UND HANSESTADT HAMBURG
KULTURBEHÖRDE
22.12.1989
Bescheinigung zur Vorlage beim Einwohner-Zentralamt
Herr Markus Diehl, geb. am xx.xx.19xx in xx, wohnhaft
Bornstr. 16, 2000 Hamburg 13, arbeitet seit langem unter dem
Künstlernamen
ART COLLART .
Durch Ausstellungen in Paris, Barcelona, Las Vegas und Madras
hat er sich überregional einen Bekanntheitsgrad erworben,
so daß der Künstlername für ihn eine schutzwürdige Bedeutung
erlangt hat. Die Kulturbehörde befürwortet daher die zusätzliche
Eintragung in die amtlichen Ausweise.
Bockelmann - (Kulturbehörde)
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ART COLLART
FLAGS
143.5 x 160.5 cm
AUFKLEBER
HUMBOLDT UNIVERSITÄT ZU BERLIN
1989
Atemberaubende Prozesse haben 1989 die politische Landschaft verändert.
Das Bild FLAGS, Fahnen, geht auf diese Entwicklung ein.
Unterwerfung und Befreiung ist je nach Blickrichtung
(von links nach rechts und umgekehrt) dargestellt.
Das Rot symbolisiert das Blut,
das bei beiden Vorgängen vergossen werden kann bzw. wird.
--
Ich habe Fehldrucke verwendet,
die bei der Produktion von Aufklebern anfallen.
Das Material ist in diesen Farben nicht reproduzierbar, es ist einzigartig.
Es hat eine Müllverwertung stattgefunden,
ein Hinweis auf die Umweltprobleme.
ART COLLART - (Betriebsbüro Hamburg)
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!!!
Der deutsche Künstler pop.ac (vorher: ART COLLART, geborener: Markus Diehl)
erfand 1987 die Kunst mit Aufklebern :
Inv.-Nr. 03-09
ART COLLART (Markus Diehl)
Reif für die Insel (ART COLLE 048)
Collage
84 x 84 cm
Signiert: AC
1990
Mensa Schlüterstraße
Auf einer quadratischen, weiß beschichteten Spanplatte sind, eng
aneinander gesetzt, insgesammt 144 Aufkleber angebracht, die auf
quadratischer, monochromer Grundfläche identische kreisrunde,
separat ablösbare Bildfelder zeigen: einen mit Palmen bewachse-
nen Küstensaum vor der weiten Fläche des Meeres; dazu in der
oberen Hälfte des Kreisbogens den Schriftzug: "Reif für die Insel".
Die Mehrzahl der Aufkleber zeigt das Bildfeld vor dunkelblauem
Rahmen in naturalistischer Farbigkeit. In etlichen Bereichen treten
jedoch leichte Farbvariationen sowie durch Fehldruck bedingte
Farbverschiebungen auf; zwei zusammenhängende Blöcke in der
rechten Hälfte der Arbeit weisen ein von rosa-orangen Tönen do-
miniertes Bildfeld auf.
Das Werk wurde im Herbst 1990 erworben.
Markus Diehl (Künstlername: Art Collart) wurde 19xx in xx geboren.
Nach 1982 studierte er Medizin; fünf Jahre später < 1987 >
begann er mit der künstlerischen Produktion in der von ihm so be-
nannten "ART COLLE", die sich "definiert durch Aufkleber, die auf
Platten geklebt werden" (Markus Diehl in: ART COLLART präsen-
tiert ART COLLE). Diehl, der seine Arbeiten in seinem "Hamburger
Betiebsbüro" zeigt, arbeitet mit Künstlern in Paris, Barcelona, Las
Vegas und Madras (Indien) zusammen.
Kunst an der Universität Hamburg - Ein Inventar - ISBN 3-927244-00-7 - 1991
Prof. Dr. Klaus Herding - (Kunstgeschichtliches Seminar der Universität Hamburg)
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Inv.-Nr. 05-03
ART COLLART (Markus Diehl)
Metamorphose (ART COLLE 013)
Collage
189.5 x 200,0 cm
Signiert: AC
1989
Erdgeschoß, Foyer
Auf einer weiß beschichteten Spanplatte sind insgesamt neunhun-
dert ovale Aufkleber gleichmäßig angebracht, deren Binnenzeich-
nung jeweils einen Schmetterling zeigt. Jede Kreisform tangierend
ist die Aufforderung "Hier vorsichtig ablösen" in ein rechteckiges
Feld gedruckt
Die Farbigkeit des gesamten Werks reicht von weiß belassenen
Aufklebern links unten im Bild über rosafarbene bis zu gelb be-
druckten. Spiegelgleich setzen sich die Farben über Gelb und
Rosa wieder zum Gelben hin fort. Im Zentrum der Darstellung fin-
det sich innerhalb der aus gelben Aufklebern bestehenden Fläche
ein aus grünen Kreisen zusammengesetztes Hochrechteck. Der
Künstler will Motiv und Farbkomposition symbolisch für die Le-
bensphasen vor, während und nach dem Studium verstanden wis-
sen.
Zu Markus Diehl vgl. Inv.-Nr. 03-09.
Kunst an der Universität Hamburg - Ein Inventar - ISBN 3-927244-00-7 - 1991
Prof. Dr. Klaus Herding - (Kunstgeschichtliches Seminar der Universität Hamburg)
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Inv.-Nr. 05-08
ART COLLART (Markus Diehl)
10. Stock (ART COLLE 025)
Collage
81.5 x 40,0 cm
Signiert: AC
1990
10. Stock, Bibliothek des Philosophischen Seminars
Auf einer weiß beschichteten Spanplatte befinden sich, in vier ver-
tikalen Bahnen angeordnet und eng nebeneinander angebracht,
insgesamt 47 Aufkleber, die jeweils eine LCD-Quarzuhr abbilden;
dabei sind die Aufkleber der beiden äußeren Bahnen blau, die der
inneren blaßgrau. Horizontal gelesen symbolisieren die Aufkleber-
reihen die einzelnen Stockwerke des Philosophenturms, deren
oberstes so lediglich von einem Aufkleber (ganz links) gebildet
wird. Auf den Aufklebern, die das 10. Stockwerk - wo das Philoso-
phische Seminar beheimatet ist - vorstellen sollen, sind die Uhren
lediglich durch unterbrochene Linien angedeutet, "weil Philosophie/
Wahrheit zeitlos ist" (Markus Diehl im Gespräch, 24.01.1991).
Zu Markus Diehl vgl. Inv.-Nr. 03-09.
Kunst an der Universität Hamburg - Ein Inventar - ISBN 3-927244-00-7 - 1991
Prof. Dr. Klaus Herding - (Kunstgeschichtliches Seminar der Universität Hamburg)
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documenta 9
Kassel
Honeckers Supermarkt im Hbf
1992
Im Hauptbahnhof zeigt der Hamburger Künstler ART COLLART
Kunsthonig und documenta-Zucker.
Über Honeckers Supermarkt sind Kunsthonig-Aufkleber des VEB Elbdom
angebracht.
ART COLLART erklärt sein Werk:
"Ein Symbol in Kassel, im Zentrum des wiedervereinigten Deutschlands,
daß nicht nur Produkte vom Markt der Ex-DDR verschwunden sind,
sondern auch Werte."
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A N T I M E D I A L E I M P H I L O S O P H E N T U R M
Hamburg
1993
ES GIBT KEINE ZUKUNFT - DIE ZUKUNFT IST DIE NATUR
ART COLLART & J. OF BARCELONA
HEUTE WIRD EINEM GLAUBEN GEMACHT : OHNE TECHNOLOGIE KEIN MORGEN
WIR SAGEN : OHNE NATUR KEIN ÜBERMORGEN
J.O.B. : " FUTUR IS NATUR" 5'31''
SIE HÖREN DIE oo - VERSION
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KATZEN WÜRDEN WHISKEY SAUFEN
1993
Einer der ersten Aufkleber, an die ich mich noch erinnern kann, war so ein kleiner, nicht
mal besonders schöner "Sticker" mit der Aufschrift ICH BIN ENERGIESPARER - das mag
gut und gerne noch in den späten sechziger Jahren gewesen sein. Den fand ich immer
überflüssig, damals schon; ich dachte mir, wer wirklich sparen will, sollte nicht noch
wertvolle Rohmaterialien für solche blöden Aufkleber verschwenden.
Eine Sorte Aufkleber wird wohl nie auszurotten sein: die witzigen Aufkleber. Die
überleben wie Unkraut. Auch wenn sich inzwischen die Bevölkerung mit politischen
Bekenntnissen und pädagogischen Ratschlägen wieder zurückhalten mag, sowas bleibt:
TESTWAGEN NICHT WASCHEN! Oder ÜBERHOLEN SIE RUHIG WIR KAUFEN NACHHER
IHREN SCHROTT AUF. Sowas wird auch bleiben, wenn kein Mensch mehr darüber lachen
kann. Katzen dagegen: KATZEN WÜRDEN WHISKEY SAUFEN.
Bernhard Lassahn - (Käpt'n Blaubär)
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Norddeutscher Rundfunk FS
Hamburger Journal
ART COLLART
Ein Hamburger Künstler betreibt
ART COLLE
1994
Drehorte: Hamburg: Grindel, Uni: Philosophenturm, Atelier ART COLLART: Bornstraße,
Supermarkt, Aufkleberproduktion
ART COLLART - kein neues Möbelhaus, sondern der Name eines Hamburger Künstlers,
der sich selbst als Kunstfigur begreift. seine Kunst nennt er ART COLLE - geklebte Kunst.
Seit 1989 (*) beschäftigt sich ART COLLART mit einer neuen Form der Collage, mit
Aufklebern. Beim Sichten seines Materials entwickelt er die Themen seiner Werke.
Aufkleber sind für ihn die maschinell hergestellten Farbpigmente seiner Bilder, die er zu
Stukturen ordnet. Indem er die Informationsträger, Warenzeichen, Etiketten einer
anderen, unbegründeten, nicht zwingenden Bestimmung zuführt und sie durch endloses
Aneinanderreihen in eine scheinbare Monotonie zwingt, entsteht ein neuer
Aggregatzustand der vorhandenen Information - Monotonie - Illusion der Wiederholung.
Seine Bilder machen die unbewußt wahrgenommene Alltäglichkeit bewußt. Auf den
ersten Blick wirken ART COLLARTs Bilder kühl. Sie fordern den Betrachter heraus, laden
ein zum Nachdenken. ART COLLARTs Bilder sind die sichtbar gemachte Grenze, zwischen
einer kaum noch wahrgenommenen Außenwelt und uns selbst.
Der Aufkleber - vom zu beschreibenden Objekt gelöst - wird sinnlos, seine
Botschaft geht ins Leere. Selbst hundertfach multipliziert verweigert er die
Aussage. ART COLLARTs Arbeiten leben von dieser vorläufigen
Zusammenhanglosigkeit. Durch die künstlerische Kombination von scheinbar
identischem, überwindet ART COLLART die ursprünglich zugedachte Funktionen
der Aufkleber - schafft mit seinen Arbeiten den Übergang zu einer neuen,
sinnlichen Erfahrbarkeit.
Für den Hamburger Künstler ist es wichtig, daß seine Werke auch im öffentlichen Raum
für Jederman frei zugänglich sind. Wie in der Mensa der UNI-Hamburg das Bild "REIF FÜR
DIE INSEL". ART COLLART: "Wo ein Bild hängt ist für mich wichtig. Die Aussage wird
nicht nur über das Bild, sondern auch über den von mir bestimmten (Ausstellungs-)Ort
transportiert. z.B. Das Bild "10.STOCK", es hängt im 10.Stock des philosophischen
Seminars der UNI-Hamburg. Bild und Ort wurden Eins. Sie sind gleichberechtigte
Bestandteile meiner Arbeit. Das Bild zeigt schematisiert den Philosophenturm. Im
10.Stock fehlen die Uhren, hier steht die Zeit still. Philosophie und Wahrheit sind zeitlos."
In seiner Arbeit Metamorphose, die 1989 im Foyer des Philosophenturms der
UNI-Hamburg ihren Ort fand, stellt ART COLLART, in Motiv- und Farbkomposition, mit
900 Schmetterlingen symbolisch den Wandel der Ansichten von Studenten, vor - während
und nach dem Studium dar. Wandel ist eine Konstante in den Arbeiten des Hamburger
Künstlers. ART COLLART und seine Kunst ART COLLE sind Eins.
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(*) 1987 das 1. Bild - Ute - geklebt, seit 1989 in der Produktion
Volker Persy - (mobilis in mobile)
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"Meine Kunst hat einen Subkulturcharakter,
der die Strömung dieser Zeit verkörpert"
Sektor7Blau im Gespräch mit H.-R. Giger
über seine Vergangenheit und unsere Zukunft
1996
Sektor7Blau:
Sie wissen sicher, daß einige Ihrer Bilder auf viele Menschen ziemlich abstoßend wirken.
Giger:
Es ist nicht mein Anliegen, den Geschmack der breiten Masse zu treffen, sondern die von
mir geschaffene Bilderwelt zu erweitern und zu vertiefen.
Sektor7Blau:
Aber genau diese "breite Masse" hat Sie zu einem sehr reichen Mann gemacht...
Giger:
Nicht die Masse kauft meine Bilder, sondern die wachsende Zahl meiner Fangemeinde.
Meine Kunst hat eher einen Subkulturcharakter, der die gesellschaftlichen Strömungen
dieser Zeit verkörpert.
Sektor7Blau:
Wir haben uns vorhin in der Redaktion gefragt, was für eine morbide Phantasie ein Mensch
haben muß, der solche Bilder malt. Können Sie uns erklären, wie Sie zu Ihrer Kunst
kamen?
Giger:
Mein Onkel mütterlicherseits war Pathologe und ich habe viele Stunden meiner Kindheit
zwischen den in Spiritus aufbewahrten Embryos verbracht. Ich habe diese Embryos in
Skriptol gezeichnet und in die Schule mitgebracht, weswegen ich dann einen Verweis
bekam. Bevor ich mir überhaupt Airbrush-Equipment leisten konnte, habe ich viele
Skriptolzeichnungen angefertigt. Stark beeindruckt haben mich dabei die Bilder von Escher
und A. Paul Weber.
Sektor7Blau:
Der Suizid Ihrer damaligen Freundin Li muß Sie sehr geschockt haben. Wie ging es Ihnen
danach?
Giger:
Selbstmord ist das Ende eines langsamen Sterbens. Sie hatte schon viele Andeutungen
gemacht, es konnte sie keiner davon abhalten. Gott sei ihrer Seele gnädig. Nach ihrem
Tod konnte ich wochenlang weder essen noch schlafen und habe alles nur schwarz in
schwarz gesehen. Ich öffnete die Augen, sah nur schwarz. In dieser Zeit malte ich
monochromatische Bilder, in denen bei genauerem Hinsehen kleine Gestalten zu erkennen
sind, die sich später in dem Filmprojekt Species wiederfinden.
Sektor7Blau:
Haben Sie sich sehr darüber geärgert, daß der Film Dune später von David Lynch ohne Sie
realisiert worden ist?
Giger:
Ich hätte schon sehr gerne etwas zu diesem Film beigetragen, zumal ich auch schon
immer Lynchs Filme gerne mochte, vor allem "Eraserhead". Aber wer weiß, vielleicht hatte
er ja jemand besseren gefunden, der weniger Geld verlangt...
Sektor7Blau:
Sie haben 1980 den "LSD-Priester" Timothy Leary kennengelernt und sich für ihn
eingesetzt.
Giger:
Menschen wie Leary, die in exponierter Stellung gesellschaftliche Veränderungen zu
bewirken versuchen, stoßen schnell auf Vorurteile und Ablehnung. Um dagegen angehen
zu können, braucht man den Zuspruch und die Unterstützung anerkannter Leute.
Sektor7Blau:
Sie selbst haben zugegeben, daß einige Ihrer Bilder in Rauschzuständen entstanden sind.
Giger:
Als junger Mann habe ich alles mögliche ausprobiert, natürlich auch LSD und Magic
Mushrooms. Es hat mir einige Einsichten gegeben, die mit der Zeit aber schnell verpufft
sind. Man muß sowas vielleicht mal ausprobiert haben, um andere Dimensionen
kennenzulernen und um an seine eigenen Grenzen zu stoßen, man sollte sich jedoch nicht
zuviel davon erhoffen, viel bleibt leider nicht hängen.
Sektor7Blau:
Herr Giger, wir danken Ihnen für dieses Interview.
Giger:
Ich werde Ihnen eine kleine Arbeit von mir zusenden, die sich Ihre Urenkel dann in ihrem
Eigenheim auf dem Mars aufhängen können.
Anm. der Red.:
H.-R. Giger wurde gedoubelt von ART COLLART (!)
Gabi Fischer - (Sektor7Blau)
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Freie und Hansestadt Hamburg
Kulturbehörde
10.08.2000
Eintragung eines Künstlernamens
Sehr geehrter Herr Diehl,
zur Vorlage bei den Einwohnerämtern bestätigt die Kulturbehörde Ihnen hiermit folgendes:
Herr Markus Diehl, wohnhaft Bornstraße 16 in 20146 Hamburg, ist als audiovisueller
Internet-Künstler seit längerer Zeit unter seinem Künstlernamen
POP.AC
tätig.
Dieser Bescheid ist gebührenpflichtig. Die Gebühr wird im wesentlichen im Hinblick auf
den wirtschaftlichen Wert der Bescheinigung auf DM 50,- festgesetzt.
Die Kulturbehörde wird Ihnen noch angeben, auf welches Konto unter der Angabe
welchen Aktenzeichens Sie die Gebühr zu entrichten haben. - Mit freundlichen Grüßen -
Riekje Weber - (Kulturbehörde)
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FREIE UND HANSESTADT HAMBURG
BEZIRKSAMT EIMSBÜTTEL
Einwohneramt - Abteilung für Einwohnerdaten
14.09.2000
Betr.: Eintragung eines Künstlernamens
Sehr geehrter Herr Diehl,
leider kann bei Ihrem Künstlernamen der "." zwischen POP AC nicht produziert
werden, da ein Punkt als Sonderzeichen im Personalausweis nicht zulässig ist.
In Ihrem Reisepaß haben wir den Punkt per Hand nachgetragen.
Ihre neuen Ausweispapiere können Sie zu den unten aufgeführten Zeiten im
Bürgerservice (EG) abholen. - Mit freundlichen Grüßen -
Neuhaus - (Einwohneramt)
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Konzept-Kunst mit Aufklebern
2000
Nun wird wohl der eine oder andere etwas neugierig auf die Arbeit des Künstlers. Was
genau malt der Künstler ? Ist er einer dieser figurativen Maler, "die noch was von Ihrem
Handwerk verstehen" oder ein abstrakt Schaffender ?
Weder noch ! pop.ac malt seine Bilder nicht - Er klebt sie ! In seinem Atelier findet
man keine Pinsel und es riecht auch nicht nach Verdünner. Man findet lediglich Massen
von Aufklebern. Diese sind auf Rollen gezogen und stapeln sich an den Wänden. Es
handelt sich hierbei um ein reines Abfall-Produkt. Es sind Fehldrucke mit teilweise
schillernden Farbverläufen, die von der Industrie nicht mehr zu nutzen sind. Diese
Druckfehler wertet pop.ac aus. Er ordnet sie neu und arrangiert sie auf einer farbig
beschichteten Spanplatte. Durch diesen Vorgang schafft er mit noch weniger Aufwand als
Andy Warhol, einer der Hauptvertreter der Pop Art, einzelne Kunstwerke. Warhol mußte
immer noch den Siebdruck für das Kunstwerk anfertigen, pop.ac hingegen muß das Werk
nur noch "kleben". Unikatcharakter erhalten seine Werke durch die Einmaligkeit eines
Fehldruckes. Dieser ist ja nicht zu wiederholen. Arbeiten dieses Konzept-Künstlers
befinden sich u.a. in hanseatischen Privatbesitz.
An dieser Stelle nur noch kurz eine Erklärung zur Zuordnung "Konzept-Kunst". Seit den
sechziger Jahren hat sich eine Kunstrichtung entwickelt, die nicht mehr die Malerei oder
Skulptur zum zentralen Thema des Künstlers macht, es geht den Künstlern zunehmend
um Ideen und deren Umsetzung. Daniel Spoerri und Dieter Roth mit ihrer Eat-Art, Joseph
Beuys mit seinem Gedankengut und die Art and Languagebewegung in den U.S.A.
(Lawrence Weiner, Joseph Kosuth,...) um nur ein paar Beispiele zu nennen.
Die Arbeiten von pop.ac (alias Markus Diehl) leben auch von einer Idee und deren
konsequenten Umsetzung.
Rik Reinking - (Kurator/Sammler)
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Müll
2002
Die industrielle Gesellschaft ist eine gigantische Müllmaschine,
die Tag für Tag eine Lawine von Materialien über unseren
Planeten ergießt, jede Ware, kaum nutzlos geworden, verwandelt
sich in Abfall. Der Müll - eine Metapher - unserer Existenz.
pop.ac besichtigt die Kehrseite unserer Glitzerwarenwelt und
plädiert für einen sorgsamen Umgang mit den Dingen. Die von
pop.ac verwendeten Aufkleber stammen größtenteils
aus dem Müll, dem Abfallberg der Überflußgesellschaft.
Jim Crotty - (monk media)
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pop.ac - Kleben und kleben lassen:
2002
Seit 15 Jahren produziert der Hamburger Künstler Markus Diehl als pop.ac mit
Werbe-Aufklebern Collagen, jetzt bietet er seine Technik als Mitmach-Aktion an.
Alles, was an diesem Abend entsteht, wird fotografiert und ins Netz gestellt.
Donnerstag, 25. April, 20 Uhr, KX (auf Kampnagel), Jarrestraße. (http://www.pop.ac)
taz - (die tageszeitung)
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KLEBEN UND KLEBEN LASSEN
2002
KLEBEN UND KLEBEN LASSEN - unter diesem Aufruf verbindet der
Künstler pop.ac die Retro-Essenzen der sozialen Plastik von Joseph Beuys mit
der Repro-Maschinerie der Pop-factory von Andy Warhol.
Die zumeist mit trivialen Botschaften versehenen PVC-Aufkleber werden bei
pop.ac zu einem Signet der Vermassung als Metapher für unsere Kultur und der
sie begleitenden (verschwindenden) Inhalte und werden wiederum einem
höheren Sinn zugeführt. Solches gelingt dem Künstler erfrischenderweise, ohne
sich lange mit peinlichen kulturkritischen Ermahnungen aufzuhalten. So
symbolisieren die Kleber bei pop.ac die Integrierung des Einzelnen in der
Masse; und mal wird das Individuum ausgelöscht, mal wird der Einzelwert des
Einen herausgestellt.
Dieses Spiel überträgt der Künstler pop.ac von seinen Aufklebern auf seine
Mitmenschen, indem er sie auffordert, selbst zu Mitklebern zu werden. Seit der
Entdeckung der subatomaren Quantenunschärfe von Heisenberg wissen wir,
daß wir in einem kohärenten Universum (k)leben, in dem Alles mit Allem
irgendwie zusammenklebt. Darum : LET'S STICK TOGETHER !!!
Hans Hushan - (KX)
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Die eßbare Internetseite
2002
Der diesjährige Beitrag des Hamburger Künstlers Markus Diehl, a.k.a. pop.ac, zur am
7.6.2002 beginnenden documenta 11 in Kassel, knüpft an seine Arbeit mit dem VEB
Kunsthonig des Honeckers Supermarkt (d9) und The chewing gum of Joseph Beuys
(d10) an. Auch dieses Mal wird eßbares zu Kunst erklärt. Schon Piero Manzoni, der zu
seiner Ausstellungseröffnung mit dem Daumen signierte Eier verteilte und Daniel Spoerri,
der mit seiner eat art gallery, die 1968 gegründet wurde und in der u.a. eßbare Werke
von Roy Lichtenstein und Richard Lindner gezeigt wurden, beschäftigten sich mit
Lebensmitteln. Dieter Roth hatte bereits seit Anfang der 60-er Jahre mit Schokolade
gearbeitet. Zuletzt erinnern wir den Beitrag von Paul Mc Carthy auf der Expo 2000, der
dort Schokoladenhasen anbot. pop.ac leistet mit seiner eßbaren Internetseite einen
zeitgemäßen Beitrag. Er wird auf der documenta seine Internetseite von Besuchern
verspeisen lassen und dies photographisch dokumentieren. Somit ist jeder der
ausgewählten Besucher für einen Moment Eigentümer eines Werkes von pop.ac und ißt
dieses. pop.ac untergräbt mit dieser Arbeit jegliche marktwirtschaftlichen
Tendenzen und erklärt den Zerstörungsprozeß des Werkes zum Werk. Der
Auserwählte einverleibt sich die Arbeit. Die Internetseite ist mit Lebensmittelfarbe
auf Eßpapier gedruckt.
Rik Reinking - (d11)
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... offensichtlich ist in Deinem Studio gar kein Platz
2002
für so etwas profanes, wie ein Fernseher. Auf Deinen Studio-Internet-Seiten konnte ich
jedenfalls keinen entdecken. Aber wahrscheinlich hast Du für diese Aufnahmen hübsch
artig aufgeräumt, und die Socken, Jointreste und Fernseher ins Bad geschmissen...?
Außerdem mußt Du ja Stunden am PC verbracht haben, um diese üppige Homepage
zurecht zu basteln?! Jedenfalls habe ich mal eine Weile geblättert und mir Deine
Kunstwerke etc. auf meinem 15" Monitor angeschaut. Ich muß sagen, ich bin durchaus
beeindruckt. Als Du von Aufklebern sprachst dachte ich mehr an "Ein Herz für Kinder" und
"Otto find ich gut" - Aufkleber und fragte mich, wie daraus Kunst entstehen soll... Also
mein Kompliment.
Ich zum Beispiel führe ein Doppelleben: Abends auf der Bühne als verruchtes
Nummerngirl und Tags als verständnisvolle Ärztin... ;-) In diesem Sinne viele Grüße
Claudia Wegner - (feedback)
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Ich besuchte Markus Diehl auch bekannt als pop.ac
2002
Vor nicht allzulanger Zeit, es war am Ende des Wintersemesters 2001/2002, traf ich im
Caphé des Philosophischen Seminars der Universität Hamburg den Künstler Markus Diehl
alias pop.ac . Wir kamen unter anderem wegen meines Lieblingszitats des schweizer
Philosophen Jean-Jaques Rousseau ins Gespräch: "Die Freiheit des Menschen liegt nicht
darin, daß er tun kann, was er will, sondern daß er nicht tun muß, was er nicht will."
Markus erzählte mir von seinen künstlerischen Aktivitäten und machte mich neugierig.
Bilder aus Aufklebern - Stickern eben - ist seine Kunst. Und es soll die Kunst vieler
Menschen werden: "Let's stick together". Markus nimmt sich selbst als Künstler zurück
zugunsten aller Interessierten. Das verdient Respekt und Applaus. Wir sind dann auf dem
Campus an einen PC mit Internetanschluß gegangen, wo er mir sein Projekt zeigte. Wow!
Obwohl ich schon seit den frühen neunziger Jahren mit dem Internet zu tun habe, war
mir so etwas noch nicht untergekommen. Da stellt jemand seine Kunst UND sein Leben
ins Netz, in einer Art, wie sie ungewöhnlicher kaum sein könnte. Hier geht es nicht um
wilde grafische Experimente, die das Surfen aufgrund beschränkter Bandbreiten - nicht
jeder hat DSL - zur Qual machen. Nein, hier sieht der geneigte Besucher etwas so
ungewöhnliches, daß Erklärungen sehr schwer fallen. Man muß es gesehen und erlebt
haben. http://pop.ac - Ein Seite, auf der Leben und Kunst Programm sind. Die
Navigation ist vollkommen anders als bei www-Seiten normalerweise üblich: keine
Navigationsleisten sondern der sanfte Zwang, sich wirklich linear durch alle Seiten zu
klicken. Mit Klick auf den Text oder das Bild gehts eine Seite weiter. Diese Navigation
stellt sicher, das einem nichts entgeht. Es ist ein Abenteuer diese Seiten zu erforschen.
Trotz der beeindruckenden Gesamtgröße des Werks entsteht nie Langeweile und die Zeit
vergeht wie im Fluge. Aufgrund der hohen Beweglichkeit durch kurze
Aktualisierungsintervalle ist der mehrfache Besuch des Werks - vielleicht monatlich -
immer ein Vergnügen. Man findet immer wieder etwas Neues. Kritiken sind willkommen
und werden veröffentlicht. Ein ganzes Leben ins Netz zu stellen dauert lange und ist erst
mit dem eigenen Ableben beendet. Danach werden wir dann Zeugen einer digitalen
Unsterblichkeit. Aber bis dahin dauert es hoffentlich noch lange. Wir können uns also
auf mindestens 30 weitere Jahre pop.ac freuen. Wer weiß, was er als nächstes plant...
Peter Rasp - (www.)
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Auf den Spuren des Sonnengottes
2003
417 Tage trat Markus Diehl in die Pedalen seines Fahrrads. Von Hamburg durch den
Orient, über Indien, Malaysia bis nach Japan. Er trotzte dem Regen ebenso, wie der Hitze.
Radelte gegen den inneren Widerstand, um sein Bewußtsein zu erweitern und sich selbst
zu finden. Auf dem Mount Fuji liegt Schnee. Am Rande des Kraters hat sich ein junger
Mann niedergelassen. Den Anorak halb aufgeknüpft, blinzelt er in die Kamera. Man spürt
seinen Stolz, am Ziel angekommen zu sein. Der Name des Jungen lautet: Markus Diehl.
Fünfundzwanzig Jahre später sitzt mir Markus in einem Café gegenüber. Er lächelt, wirkt
selbstzufrieden. Fast wie auf dem Foto, daß ihn auf dem Gipfel des Mount Fuji zeigt.
Heute sagt er, daß man seine Ziele so hoch stecken sollte, daß man sie nie erreicht. Er
legt seine Hände auf den Tisch. Auf der Reise, durch die Wüsten im Iran und in
Afghanistan, waren sie mit Hornhaut überzogen. Jetzt schmücken sie zwei silberne Ringe.
Den linken Ringfinger ziert ein Büffel, den er aus Santa Fe, New Mexico mitgebracht hatte,
den rechten eine Wiedergeburt des Sonnengottes, den ihm ein Inder in Madras, Süd-
Indien mit dem Spruch - " I love your art! " - geschenkt hatte. "Beide Ringe markieren für
mich die Spanne zwischen dem Westen und dem Osten.", sagt Markus.
Als er vier Jahre alt wurde, zogen seine Eltern von xx nach Hamburg-
Volksdorf. Er wuchs bei seiner Mutter (einer Tochter des Prinzen Leopold von Coburg,
Sachsen-Gotha) auf. Nahe dem O-Park, und dem Bahnhof, wo er sich später mit seinen
Freunden trifft. Auf der Wiese vor dem "Blu 2000"; spielen sie Frisbee, singen Lieder und
lassen den ein oder anderen Joint kreisen. Hier entsteht der Wunsch, alles hinter sich zu
lassen und auszusteigen. "In den 70-ern träumten wir alle von einer Weltreise. Nur wenige
trauten sich, ihren Traum zu verwirklichen."
Mit zwanzig, inspiriert von einem Schulfreund faßt Markus den Entschluß. Während die
anderen ihr Studium vorbereiten, will er die Zeit nutzen, und "überland" zum Mount Fuji,
dem Wahrzeichen Japans, fahren. 4000 Mark nimmt er mit, gewillt, nur fürs Nötigste zu
bezahlen. Die Reise ist hart. Im ersten Anlauf muß er nach drei Wochen aufgeben. Ohne
Gangschaltung ist die Fahrt der reinste Kraftakt!
Nach nur zwei Wochen startet er zum Zweitenmal. Das Rad sponsert ihm eine
Fahrradfabrik aus Remagen, mit der Auflage, er solle regelmäßig von seinen Abenteuern
berichten. Beim zweiten Versuch hält er durch. Markus bereist den Iran, fährt durch
Afghanistan und Pakistan. Kurz nachdem er 1978 diese Länder durchquert hat, kippt die
politische Lage. Im Iran und in Afghanistan drohen Kriege. "Ich hatte verdammtes Glück,
bin gerade noch so durchgerutscht.", sagt er.
Nach 417 Tagen erreicht Markus den Gipfel vom Fujijama. Euphorie und Freiheit. Seine
Empfindungen überstürzen sich. Das jede Vorstellungskraft sprengende Ziel ist erreicht,
es gibt keine Fortsetzung.
Vorher hatte er sich verschiedene Enden des Trips ausgemalt, so auch sich mit dem Rad in
den Krater zu stürzen. Diese Fiktion wird zur Realität, beim Steinesammeln bläst der Wind
das Rad vom Rand in den Krater. Nach dem Abstieg sieht er alles mit anderen Augen. Er
fühlt sich wie neugeboren. "Ich bin, wie Ikarus, zu nah an die Sonne gekommen und die
Flügel aus Wachs schmolzen."
Als Markus aus Asien zurückkehrt, spürt er die Veränderung. Aus seinen revolutionären
Freunden sind brave Studenten geworden. Ihm wird bewußt, daß er seine Erfahrungen mit
Niemandem teilen kann. Zu sehr sind die Anderen in ihren Alltag eingebunden. Sie
verstehen nicht, wovon er erzählt. Können nicht nachvollziehen, was er erlebt hat. Drei
Jahre streift er Nacht für Nacht durch die Clubs. Seine Erfahrungen kompensiert er in
Sexualität. Landet einen Aufriß nach dem Anderen. Die Frauen fasziniert seine Geschichte,
ihn faszinieren die Frauen. Die Geschichte schreibt er nieder. "Diehl in Delhi" heißt sein
Buch, daß die Verlage ablehnen. Das Buch biete zu wenig "Hintergrundinformationen"
heißt es.
Markus, inzwischen 25 Jahre alt, beginnt, Medizin zu studieren.
"Um mich breiter zu Fächern, wollte ich das Gegenteil von dem was ich kann
machen, solange bis ich es kann, damit es sich dann mit dem was ich
ursprünglich kann befruchtet und es einen Schub gibt, der mich weiter bringt,
als wenn ich nur das gemacht hätte, was ich kann: Kunst."
Das Studium wird zum Desaster. Markus fällt durchs Examen. Einmal, zweimal, dreimal.
Ein Verfahrensfehler annulliert den dritten Versuch, doch er spürt, daß die Luft raus ist.
Sein Interesse gilt jetzt voll und ganz der Kunst. Mit Ute Lemper Aufklebern vom Müll
klebt Markus 1987 sein erstes Bild. Eine Collage, er nennt diese Technik ART COLLÉ und
sich ART COLLART. Er finanziert seinen Lebensunterhalt mit Gelegenheitsjobs. Durch
Zufall findet Markus eine optimal gelegene Wohnung am Grindel, die er zum Atelier
umgestaltet.
Markus nennt sich seit 1999 - pop.ac - . Ein Name der, wenn man ihn ins Internet eingibt,
Zugang zu seinem künstlerisches Schaffen ermöglicht. Für ihn ist dieser Name mehr, als
eine Domain. Er ist seine neue Identität. Auf die Frage, welche Städte für ihn am meisten
Bedeutung hätten, antwortet er "Hamburg, New York, Cyberspace." pop.ac plant, seine
Webseite für tausend Jahre im Voraus zu bezahlen.
Christian Arzberger - (Interview)
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Kirschblütenbirthday
2005
Da hat jemand doch gestern seinen Geburtstag gefeiert. Zwar nicht auf der grünen Wiese,
weil das Schietwedder das verboten hat, aber dafür war der Pop-Tempel gut gefüllt. Gute
Laune und halbwarmes Bier und eine Mischung von Leuten, wo von Hegels Dialektik über
Fussball bis zu shareholder Value gesprächstechnisch alles ging. Philosophiestudenten,
Programmierer, Businessfolks, Laboranten und Partyregierungen. Der Höhepunkt war
definitiv die kleine wunderschöne japanische Kirschblüte, die mit sanfter souliger Stimme
dem alten Mann ein Ständchen sang. ...ergreifend. Ich will auch so ein zierlich Ding. Da
glücklicherweise das Bier um 23 Uhr alle war tut auch der Kopf nicht weh. Club-Mate
rules! Nettwarsregierung.
3 Kommentar(e)
+ Squeezit / Website
damit das zierlich Ding dem alten Mann ein Ständchen singt,
oder versteh ich da was nicht richtig?
+ Weltregierung / Website
..ja das auch. Der Rest ist natürlich nicht jugendfrei.
..süssses Ding *rrrrrrr*
...so ein Ständchen zu bekommen
ist viel wertvoller als ein Ständerchen.
Bewundereregierung.
+ pop.ac / Website
Dank an Alle, die den Pop-Temple am meinem Geburtstag bereichert haben,
besonders an Mio, 25 - sie ist eine wahre Künstlerin.
: mi=schön, o=Leben...
Diedaslebengehtweiterregierung
pop.ac und das Wann.
Matthias Grimm - (© GEHIRN-WASCHSALON)
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divine sticker art
2006
pop.ac reist mit Aufklebern. - Ein Aufkleber auf dem Petersplatz, in Chidambaram im
Tempelturm oder auf dem Gipfel vom Arunachala dem heiligen Berg genügt, um mit dem
Göttlichen zu verbinden. pop.ac nennt das - divine sticker art - .
In seinen Arbeiten klebt pop.ac die Aufkleber neben- und untereinander zu
Klebefeldern. Eine Entdeckung, die nicht entwicklungsbedürftig ist. Man kann seinem
Werk keine Zunahme an Reife, Radikalität, Raffinesse attestieren. Er ist nicht früher
kühner und später eleganter. Umgekehrt gibt es auch keine Erschöpfung, keine
Ausbeutung der Idee. All diese Progression oder Regression, die zum
Fortschrittsphantasma des modernen Kunstwerks gehören, fehlen hier. Bei pop.ac ist
jede neue Arbeit neu, insofern sie die alte nicht verbessert, nur ergänzt. Weshalb man
in seinem Werk auch nicht genau sagen kann, wo sein Anfang und Ende ist.
~~~
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Pop-Tempel Hamburg
2006
Univiertel, Bornstraße 16, 20146 Hamburg
Stichworte (tags):
Guru Künstler Philosoph Weltbürger Weltreisender
Der Pop-Temple Hamburg ist nur für Eingeweihte zugänglich. Dahinter verbirgt sich auf
ca. 40 qm das Universum von Markus Diehl. Seines Zeichens Collage-Artist von Weltruf.
Getreu dem Motto "Kleben und kleben lassen" arrangiert er großflächige Collagen. Damit
transportiert der Künstler, der unter dem Namen "pop.ac" firmiert seine umfassende
Weltsicht und Philosophie. - Wer Markus Diehl alias "pop.ac" persönlich kennen lernen
möchte, hat es nicht schwer. Er sitzt in der Regel in seiner "öffentlichen Wohnstube" im
Café Balzac, im Grindelhof. Wenn er gut gelaunt ist und das ist er meistens, lädt er
ernsthafte Wahrheitssucher auf einen Grünen Tee in sein Wohnatelier. Und das lohnt sich.
Wer auf dem weißen Sky-Sofa sitzt, hat es geschafft. Er ist umgeben von 2 Millionen
Aufklebern. Das ist das Rohmaterial aus dem er Kunstwerke schafft, die in New Yorker
Village Galerien ausgestellt werden sowie an der Uni Hamburg und Humboldt Universität
zu sehen sind. Während man in diesem Turmbau geistiger Erkenntnis sitzt, doziert Markus
locker über sein Leben und verwebt die Frucht seiner Kenntnisse zu einer
interdisziplinären Gesamtschau.
Wer hier ohne Weltformel rausgeht, dem ist nicht mehr zu helfen.
Art with stickers
Let's stick together
Divine sticker art
Neu in Markus philosophischem Lehr-Angebot: Ninja-Travelling®
Die Kunst sich unsichtbar zu machen, indem man eins wird mit der Umgebung.
Andreas Donder - (~ om)
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Der Pop-Temple Hamburg präsentiert
sticker art
Dat Backhus - Grindelhof
2006
Markus Diehl arbeitet seit 1987 mit Aufklebern,
von 1989 bis 1999 unter dem Namen ART COLLART,
seit 1999 als pop.ac
Die ausgestellten 9 Arbeiten sind 1999 in Brüssel entstanden.
Weitere Informationen unter - www.pop.ac/brussels.html -
***
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Sticker und Kicker.
Zwei Augen blicken aus der digitalen Welt
in die Pony Bar. -
Hier, in der analogen Welt,
sind die Kickerbälle schön klebrig. -
pop.ac
Ohne Titel. 2007
338 Aufkleber
***
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IBA_HAMBURG
Projektvorschlag für das Kunst- und Kulturprogramm
2007
Mitmach-Aktions-Happening
Kleben und Kleben lassen - Wilhelmsburg 2007
Neben meinem künstlerischen Schaffen als Erfinder der "art with sticker"
bereise ich als Ehrenbotschafter des kunstvollen Friedens die Welt.
Statt missionarisch zu predigen, lasse ich meine Kunst in Form von Happenings
den Menschen zuteil werden.
"Jeder Mensch ist ein Künstler" - dieses Zitat haben zu Viele schon zu oft gehört !
Aber mit der Kunst des kollektiven Aufklebens wird es Realität. Die Hemmschwelle eines
Jeden, selbst Kunst zu produzieren, ist nirgendwo so gering wie in meiner Kunstform.
"Aufkleber ? Das kann doch Jeder." - Na klar !
Und so werde ich eine 12m x 1,5m große LKW-Plane an der (überdachten) Fassade des
ehemaligen extra-Gebäude am Berta-Kröger-Platz anbringen.
In einem eintägigen Happening werden alle klebewilligen Wilhelmsburger diese nackte
Fläche in ein einmaliges Kunstwerk verwandeln.
Alle Sticker, oft Fehldrucke, entstammen wie stets in meinen Arbeiten aus dem Müll,
oder sind von den Teilnehmern selbst mitgebrachte Lieblingsobjekte.
In einer feierlichen Zeremonie werde ich den ersten Sticker kleben und ein buntes
Rahmenprogramm mit unterschiedlichsten Künstlern aus dem Stadtteil eröffnen.
Während der nächsten 3 Wochen wird sich das Bild stetig verändern. Strukturen werden
sich an einer Stelle bilden und an anderer wieder überklebt verschwinden.
Der Ort wird morgen nicht so sein wie er heute war.
Anschließend wird das Werk durch mich in handliche Stücke geschnitten und signiert.
Ein jeder Bewohner und Besucher kann sich dann an meinem Wochenmarktstand sein
kleines Stück von der großen Kunst KOSTENLOS abholen.
Ich nenne dieses "Das sich selbst verdauende Kunstwerk !"
Es kommt aus dem Müll unserer Konsumgesellschaft (Fehldrucke) und wird durch die
Kreativität der Menschen zur beachteten Kunst veredelt.
Toleranz - Respekt - Liebe - Frieden
Marco Antonio Reyes Loredo - (Kunst Werk Sankt Pauli)
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Ein Aufkleber für die Raumstation.
Hamburg, 3. April 2007
Sehr geehrter Herr Walter,
eine Kunstaktion von pop.ac :
Ein Aufkleber für die Raumstation.
"Let's stick together!"
"Kleben und kleben lassen."
pop.ac - (Pop-Temple Hamburg)
________________________________________________________________________31_
DER MITTELPUNKT
DER WELT
2008
Ein Aufkleber zwischen YIN und YANG,
zwischen Erde und Himmel
auf den Mittelpunkt der Welt,
in Peking im Himmelstempel,
auf den mittleren Stein des Himmelaltars,
der das geographische Zentrum der "Chinesischen Welt" darstellt,
die fünfte der chinesischen Himmelsrichtungen: das Zentrum.
Der Himmelstempel wurde 1420 erbaut und war der Ort, wo die Kaiser der Ming- und
Qing-Dynastie (1368-1644, 1644-1911) dem Himmel Opfer darbrachten, gute Ernten
erbaten und für Regen beteten. Von alten Zypressen und Kiefern umschlossen ist der
Himmelstempel der größte Baukomplex für Himmelsopfer der Welt.
Aus dem Bauentwurf, der architektonischen Kunst und der Umgebung ergibt sich eine
ideale Atmosphäre, in der der Ausdruck der hohen Verehrung des Himmels im Altertum
Chinas deutlich zum Ausdruck kommt.
Der Himmelstempel verkörpert sowohl in der Gesamtbauplanung als auch im einzelnen
Bauwerk die Beziehungen zwischen Himmel und Erde und diese nehmen die
Zentralstellung in der Universalanschauung des chinesischen Altertums ein.
***
________________________________________________________________________32_

pop.ac / presstext
___________________________________________________________________________
German artist pop.ac (formerly: ART COLLART, born: Markus Diehl)
invented art with stickers in 1987.
Art with stickers from the trash.
--
German artist presents 'Pop-Temple Hamburg'
with photos, projects, and artworks, all featuring stickers.
Conceptual.
___________________________________________________________________________
2000, THE SECOND-BEST HAMBURG IS THE ZIP CODE NUMBER.
81 x 115.5 cm
STICKERS
TELEVISION TOWER HAMBURG
1989
Concept:
The idea of hanging up the picture in hand right at the top of the TELEVISION TOWER
HAMBURG, in the highest located room of the city, fascinates me! The picture shows
"Hamburger", eatable ones, which are probably better-known worldwide than the city
itself. I have used misprints as they are created during the production of stickers.
Therefore the material used is not reproducible in the same colors, it is unique. By
using these misprints I was able to recycle difficult garbage, which is a hint to the
enviroumental issues of the city. The titel is to provoke a smile and to arise
simultaneously the question: "What's the best of Hamburg?" The stress on 2000 is to
draw the readers's attention to the forthcoming turn of the millenium. The number 2000
and Hamburg are closely connected with each other. I am aware of the fact that the
picture cannot be seen by anybody, except the people working there, because of its
special location. This is of no great importance to me; to know that it is hanging there
is perfectly satisfactory. I would like to thank here all the people who made this project
possible.
Markus Diehl - (Hamburg Company Office)
________________________________________________________________________01_
FREE AND HANSEATIC CITY OF HAMBURG
CULTURAL DEPARTMENT
Certificate to be presented to the Cental Registration Office
Mr. Markus Diehl, born on xx xx, 19xx, in xx
resident in Bornstr. 16, 2000 Hamburg 13, has worked
for a long time under the pseudonym of
Art Collart.
Through exhibitions in Paris, Barcelona, Las Vegas and Madras
he has won a supraregional degree of fame,
so that the protection of his pseudonym has become important to him.
Consequently, the Cultural Department recommends that
it should be entered additionally in the official papers.
Bockelmann - (Cultural Department)
________________________________________________________________________02_
ART COLLART
FLAGS
143.5 x 160.5 cm
STICKERS
HUMBOLDT UNIVERSITY OF BERLIN
1989
Breathtaking processes changed the political scene in 1989.
The picture FLAGS refers to this development.
Subjection and liberation are shown according to the line of sight
(from left to right and the other way round).
The color red symbolizes the blood
which can or will be shed during both events.
--
I have used misprints
as they are created during the production of stickers.
Therefore the material used is not reproducible in the same colors, it is unique.
By using these misprints I was able to recycle difficult garbage,
which is a hint to the enviroumental issues.
ART COLLART - (Hamburg Company Office)
________________________________________________________________________03_
Art at the University Hamburg
An Inventory
ISBN 3-927244-00-7
1991
Markus Diehl (artistic pseudonym: ART COLLART) was born in 19xx in xx.
After 1982 he studied medicine; he began five years later (*)
with artistic productions in what he called "ART COLLE"
which "is defined by stickers stuck on boards"
(Markus Diehl in: ART COLLART presents ART COLLE).
Diehl, who presents his work in his "Hamburger Betiebsbüro" /Hamburg Company Office/,
cooperates with artists in Paris, Barcelona, Las Vegas und Madras (India).
________
(*) 1987
Prof. Dr. Klaus Herding - (Art History Department at University Hamburg)
________________________________________________________________________04_
documenta 9, Kassel
International Herald Tribune
Saturday-Sunday, June 27-28, 1992
'Documenta' : Missing Edge
By David Galloway
KASSEL, Germany - High-speed intercity trains now arrive and depart from a sleek,
post-modern station at Kassel-Wilhelmshöhe that reflects the new geographical realities
of a reunited Germany. The original Hauptbahnhof, or central station, is little more than
a decaying relic of the city's blemished past - the forlorn survivor of Allied bombings
that flattened this administrative center of the Third Reich, with its strategic munitions
factories. No sooner had the city begun to rebuild than the Cold War reduced it to a
frontier outpost within the shadow of the East German border.
What rescued the ugly duckling from obscurity was an exhibit entitled "documenta."
In 1955 the half-ruined Fridericianum - Europe's first public museum - temporarily
housed works by 148 artists whose avant-garde spirit had been ruthlessly suppressed
by the Nazis. With the second "documenta" in 1959, the show had become far more
than an attempt to bridge the gulf of the tyrannical past; it provocatively hoisted the
banner of artistic freedom close by the Iron Curtain. And if "documenta" would soon be
known as the most important show of international trends and isms, the political
dimension was never lost on municipal, state and federal authorities who jointly funded
the event.
Not surprisingly, many "documenta" watchers expected the current installment to reflect
the ideological realignments that have once more placed Kassel at the center of the
republic. In fact, East European artists are conspicuously underrepresented here, and only
a single participant from former East Germany - the quirkily inventive, technically
virtuoso Via Lewandowski - has been included. And even if Third World contributions are
more substantial than ever before, there remains the uncomfortable feeling that this show
of shows has once more crystallized around the familiar Cologne-New York axis.
Among the few works to reflect on the reshaping of Europe is one that most
visitors are sure to miss. Situated at the derelict Hauptbahnhof, the work of
Art Collart (a.k.a. Markus Diehl) is part of the city's extensive parallel cultural
program but not an official part of "documenta." Collart, who works exclusively
with paste-ups of labels and stickers, has created a vast collage entitled
"Honecker's Supermarket," using labels from a defunct East German product
called Kunsthonig, which translates both as "art honey" and "artificial honey."
It also recalls Honecker's own disparaging nickname: "Honnie." Collart's
collage is a provocative work: colorful, witty, irreverent and symbolically
stranded in an obsolete building, over the entrance to an empty waiting room.
Though he is officially included in Kassel's "unofficial" roster of events, there
were no funds for transporting Collart's billboard-sized work. He hitchhiked
with it from Hamburg, where a Korean trucker obligingly gave him a lift.
It is an odd footnote to a "documenta" that bristles with superlatives: more than 1,000
works by nearly 200 artists from 38 different countries occupy 12 buildings and 30 open-
air venues. Not counting construction costs for a handsome new exhibition hall,
"documenta 9" boasts a budget of 16 million Deutsch marks (about USD 10.2 million).
(This does not include the donations of private sponsors who, for the first time, have
been permitted to wed their logos to that of the show.) A total of 600.000 visitors are
expected to visit Kassel's unique "Museum of 100 Days" before it closes Sept. 20.
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UNLV
University of Nevada Las Vegas
1995
Dear Art;
On behalf of the Donna Beam Fine Art Gallery of the University of Nevada Las
Vegas, I want to thank you for your generous contribution of art to the gallery.
The piece, Sau sag es, 1995, collage on R-Matte insulation board, 48'' x 68'', will be
an important addition to a growing collection of contemporary art, and it is one of
the first pieces in the collection to have international significance.
It is understood that the gallery will hold the piece, Sau sag es, as a promised gift
to the gallery. It will become a permanent part of the collection should there be no
sale of it within a period of ten years. In the event of a sale, a contribution of half
the sale price will be made to the Donna Beam Fine Art Gallery.
Thank you again for your generosity.
Sincerely yours,
Jerry A. Schefcik
Director, Donna Beam Fine Art Gallery
College of Fine Arts
Department of Art
4505 Maryland Parkway · Box 455002 · Las Vegas, Nevada 89154-5002
(702) 895-3237 · FAX: (702) 895-4194
________________________________________________________________________06_
UNLV
University of Nevada Las Vegas
1996
ART COLLART - Enter to win, 0% fat, 100% fun.
16 oz. coffee and a 90-center donut. "Where do You want to go today ?"
Mixed messages: NOTHING IS WORTH ANYTHING !
Multiple misprints, to the moon and back.
He takes the cyberroute US '96 to the donna beam fine art gallery, espresso yourself !
Dedicated to B.B. and Las Vegas
NOTHING IS WORTH ANYTHING ! 1996 - 5'11'' x 16' / 180 x 494 cm
Stickers on polystyrene, "An off Strip attraction, a Royal Flush in art !"
Some visitors get one original ART COLLART sticker from a special edition.
ART COLLART is a notorious Hamburg artist, who is also based in Paris,
Barcelona, Las Vegas and Madras. He works exclusively with past-ups of labels
and stickers. He calls his Pop-art ART COLLE (stucked art). During his art
adventures, ART COLLART creates a giga-plastic, art all over, part of it all.
Each stucked item can become one of his sculptures, each candy bar in the
supermarket, or a New York City horse at Time Square.
Works in the collection:
99 Hamburgers. 1990
SAU SAG ES. 1995
NOTHING IS WORTH ANYTHING ! 1996
A catalogue can be seen at the gallery.
College of Fine Arts
Department of Art
4505 Maryland Parkway · Box 455002 · Las Vegas, Nevada 89154-5002
(702) 895-3237 · FAX: (702) 895-4346
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Royal Kensington Gardens
London
11/04/1997
London Crowns
German artist ART COLLART with one of his nine panels depicting crowns
beneath the statue of Queen Victoria in Kensington Gardens.
John Robertson
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Royal Kensington Gardens
London
1997
London Crowns
Illegal (!)
The exhibition - London Crowns - will be shown on the 21th of april 1997,
on a sunny day, 30 seconds, from 11:00:00 am till 11:00:30 am
in front of the Queen Victoria Statue at the Royal Kensington Gardens.
*/*
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generator
New York City
1999
The Silent Fridge of POP.AC
5" CDR $15
pop.ac told me his refridgerator was silent.
I didn't believe him. I placed a tape recorder
in his fridge and shut the door. Then we went
out for a coffee. This CD is what I heard when
I played back the tape. I'm a believer now.
egnekn
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Musée Picasso - Ssocapi Squat
Paris
1998
CNN-television
Pop-Temple Hamburg
1999
pop.ac works exclusively with paste-ups of labels and stickers with just one sticker he
connected in Paris the Musée Picasso and the Ssocapi Squat, with another one
he covered the lens of CNN-television !
- & -
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recycling
New York City
2000
Modern industrial society is a gigantic trash-producing machine : Day by day causing
our planet to be swallowed up by avalanches of material - every product, as soon it has
become useless, turns into garbage. Trash in this way becomes a metaphor for our
very existence. pop.ac looks behind our glittering world, pleading for more careful
usage of things. Most of the stickers used by pop.ac long from this trash - the garbage
mountain of Überflußgesellschaft.
James M. Crotty
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www.
A visit to Markus Diehl also known as pop.ac
2002
Not long ago, end of winter semester 2001/2002, I ran into the artist Markus Diehl, alias
pop.ac at the "Caphé" of the Philosophical Institute of the University of Hamburg. We got
into talking about my favourite quote of the swiss philosopher Jean-Jaques Rousseau
stating that: "The freedom of man is not within being able to do what he wants to, but to
not having to do, what he does not want to do." Considering this, Markus told me about
his artistic activities: Making collage pictures, using stickers as his material. In his view
this rather simple technique should become the art of many. "Let's stick together" - in the
very sense of it. In my view he should be applaused and respected for his engagement
with people. Soon we went on to a computer on the campus, checking out his internet
pop.ac project. Even though I use the internet ever since the early nineties I haven't seen
anything like that, yet. It's this mixture between his life and art, which I find is rather
unconventional and inspiring. It's not about wild graphic-design experiments, which tend
to be quite a hassle with a 56k modem - this quick-loading website shows the user an
extraordinary project which one has to see: http://pop.ac - A site combining live
and art as a whole program. The navigation is totally different to normal websites:
No global navigation board, but the soft pressure to click straight-edge through the sub-
sites. This way ensures that you don't miss a thing, for you have to either click on a text
or a special picture to continue your journey - A plain adventure! Though this project is a
rather big piece of cake the user is never in danger of getting bored; time just passes by.
Because of the high traffic of new material on this site I would recommend a monthly
visit. Be critical - I assure you that pop.ac will handle your response carefully. So, I
guess that a whole life at and with pop.ac will last until his physical end. After that we
may just become witnesses of digital immortality. But that can wait for let's say three
more decades. Until then, let's see what he may just be up to, next...
Peter Rasp
________________________________________________________________________13_
Biennial Of Contemporary Art
Liverpool
2002
Stickmania in StickerpOOl
the pOpalchemist pOp.ac
turns trash
intO pure pOp art.
let's stick tOgether
________________________________________________________________________14_
Biennial Of Contemporary Art
Liverpool
2002
The Balcony, St John's Market
S T I C K E R P O O L
2 0 0 2
" Let's Stick Together " - open territory open to all directions -
The project should start somewhere, for example a market stall.
From this point it will develop in different directions. The people
stick stickers one after the other, a long line, - through Liverpool -
many lines, structures will develop. The territory is open to all
directions - everybody who likes can join the happening. The
more people the bigger it will get.
________________________________________________________________________15_
Biennial Of Contemporary Art
Liverpool
2002
afoundation
I followed the path of Love and met pop.ac, another charming German artist who uses
self-commercially-available adhesive stickers to create his work. A consumerism theme
was building in my mind as I wandered around installation and exhibit.
Holly Johnson - (Independent Eye)
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Sticker art
From Wikipedia, the free encyclopedia
2007
Sticker art (Sometimes Known As Slap Tagging) is a form of street art in which the
message is conveyed by stickers. Sticker art is most noticeable in well-trafficked urban
areas. Stickers may promote a political agenda (such as the anti-war and anti-George W.
Bush stickers below), comment on a policy or issue (such as the MIT sticker below), or
comprise an avantgarde art campaign (see This Is A Heavy Product and Obey Giant).
Sticker art has been created by pop.ac (formerly known as Art Collart), a Hamburg artist,
in 1987.
________________________________________________________________________17_
New York City washes my brain, I start thinking again ...
2007
New York City washes my brain, I start to think again ...
New York City washes my brain, I can think again ...
New York City thank you, New York City I love you !
pop.ac - (Times Square)
________________________________________________________________________18_