In Dogubayazit, einem staubigen, dreckigen Schmugglerort,
quartieren wir uns auf der Polizeistation ein. Nachdem wir
unsere Schlafsäcke ausgebreitet haben, wird noch ein Penner
zu uns in den Raum geführt. Zum Glück legt er sich neben
Michel. Wir müssen noch lange darüber lachen.

In einem großen Bogen fahren wir um den 5000 m hohen Berg
Ararat herum. Vor der iranischen Grenze passieren wir die
kilometerlange Kolonne der wartenden Laster und reisen ein.
Durch abgestimmtes Windschattenfahren rauschen wir mit
ca. 50 km/h dahin. Ein Highway-Polizeiauto mit rotierender,
türkisfarbener Dachleuchte kommt mir kurz vor
Sonnenuntergang, mitten in der Einöde, entgegen gefahren,
einer der Insassen spricht durchs Außenmikrophon:
"Hallo Mister, your friend is on the road, follow the road!"
Und schon ist der Wagen wieder verschwunden. In einem
Restaurant suchen wir uns in der Küche ein Reis- und ein
Kartoffelgericht aus, da keine sprachliche Verständigung
möglich ist.

Es ist sehr heiß, ca. 50°C und kein Schatten weit und breit. Wir
finden nichts zu essen, da entlang der Straße keine Dörfer
liegen; und wenn wir auf ein kleines Restaurant stoßen, ist es
wegen des Ramadan geschlossen. Wir müssen vorsichtig sein,
denn die Wüste ist erbarmungslos. Ein starker Gegenwind
kommt auf und ich habe Angst, wir haben kein Wasser mehr!
Ein Restaurant, in dem ein kaltes Buffet aufgebaut ist, verkauft
uns nichts zu essen! Die Angestellten wollen einfach nicht
akzeptieren, daß wir eine andere Religion haben. Es ist zum
Verzweifeln, sie machen sich sogar über unsere Bemühungen
lustig. Wir vergeuden keine Zeit mehr und fahren ohne
Stärkung weiter in die Wüste.

Zwei Jungen stehen mit Ruten auf der Straße und wollen
uns stoppen. Michel fährt durch, ich verlangsame. Einer
der beiden reißt die Tasche mit dem Schlafsack vom
Gepäckträger 'runter, da bekomme ich einen Wutanfall,
schmeiße das Rad hin und laufe fluchend hinter ihm her. Zum
Glück verfehlt der Stein, den ich nach ihm werfe, seinen Kopf.








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